der Menschen wegen..."

(Bruno Walter)
Zu Ehren einer Persönlichkeit von rarem Zuschnitt findet alljährlich in Oberdürnbach/Maissau ein „kleines feines“ Musikfest statt.
Die Persönlichkeit ist Gottfried von Einem, der österreichische Komponist von Weltgeltung in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seiner wird alljährlich durch die Pflege seines OEuvres an einem „besonderen Ort“ gedacht.
Dieser „besondere Ort“ ist der engste Lebensraum, in dem Gottfried von Einem seine letzten Lebensjahre verbracht hat, der am Fuß des Manhartsberg gelegene bezaubernde Winzerort Oberdürnbach, eine Katastralgemeinde der Stadt Maissau. Hier bewohnte der Meister das ehemalige Schulhaus (heute öffentlich zugängliche Gottfried-von-Einem-Gedenkstätte) vis-à-vis der alten kleinen Katharinen-Kirche, dem zentralen Schauplatz der GottfriedVonEinem-Tage.
Gottfried von Einem, der Kosmopolit, der Weltmann, suchte schöpferische Ruhe und fand sie vorerst im Waldviertel und schließlich im idyllischen Weinviertel. Hier, fernab vom urbanen Getriebe, hat er jene „unverbrauchte Atmosphäre“ vorgefunden, die ihm Inspiration für sein kompositorisches Schaffen gab … und die heute das ihm zu Ehren veranstaltete „kleine feine“ Musikfest so unverwechselbar macht.
„Klein und fein“ entspricht auch seinem späten künstlerischen Schaffen. Er, der so glänzend instrumentieren und mit dem großen Orchesterapparat umgehen konnte, wählte später zunehmend kleine intime Ausdrucksformen, komponierte überwiegend Lieder und Kammermusik und schuf in den letzten Jahren immer öfter Miniaturen für nur ein Soloinstrument. Vieles davon entstand in Oberdürnbach und soll auch hier erklingen.
Auch Künstler und Publikum der GottfriedVonEinem-Tage finden in Oberdürnbach jene "unverbrauchte Atmosphäre" vor – so wie sie Gottfried von Einem unerlässlich fand, damit "die Werke der Meister ihr unlöschbares Licht unbeirrt, still verbreiten" können. Unbestechliche Richtlinie für die GottfriedVonEinem-Tage ist - ganz im Sinne des genius loci - höchster Qualitätsanspruch!