der Menschen wegen..."


Maissau, ca 50 Autominuten von Wien, reizvoll am Ostabfall des Manhartsberges an der Grenze zwischen Wein- und Waldviertel gelegen, ist eine der kleinsten Städte Österreichs. Die älteste urkundliche Nennung des Ortes Maissau findet man 1114 im Klosterneuburger Traditionskodex: Kastellan Otto von Mödling schenkte sein gesamtes Gut, das er zu Maissau besaß (ausdrücklich erwähnt: ein Weingarten), dem Stift Klosterneuburg - und damit auch die Hörigen, die auf diesen Gütern wohnten, Bauern und niedere Adelige, die "Ur-Maissauer".

1380 erstmals als Stadt erwähnt, zählten die Maissauer bis ins 15. Jahrhundert zu den reichsten und bedeutendsten Adelsgeschlechtern in Österreich. Der Name "Maissau" birgt für die Ortsnamenforschung bis heute Probleme. Im 16. Jahrhundert leitete man ihn von Mäusen ab - daher auch die Mäuse im Stadtwappen. Heute ist man überzeugt, dass der Name Maissau slawischen Ursprungs ist, aber schon im 11. Jahrhundert eingedeutscht wurde.

Zu den 10 Katastralgemeinden der Stadtgemeinde Maissau zählt u.a. Oberdürnbach. Die der Hl. Katharina geweihte Dorfkirche, eine Filialkirche der Pfarre Maissau, wurde im 14. Jahrhundert als Burgkapelle mit gotischem Rippengewölbe erbaut. Gestiftet wurde sie von den "Herren von Ober-Dürnbach", die dem österreichischen Landadel angehörten. Von ihrem einstigen Wehrcharakter zeugen die dicken Steinmauern. 1948 wurden die kunsthistorisch bedeutsamen Fresken, um 1340 entstanden, im Chorraum entdeckt und freigelegt.

Die von Anfang des 12. Jahrhunderts an in Maissau residierenden Herren von Maissau waren die Gründer der Herrschaftspfarre; 1265 erster urkundlicher Nachweis eines Pfarrers Hermann. 1767 wurde die Kirche durch einen Brand eingeäschert (zugleich auch das an Urkunden reiche Archiv des Schlosses), 1768 im spätbarock-klassizistischen Stil neu gebaut. Aus dem 1785 aufgelassenen Paulanerkloster Wiener Neustadt wurden u.a. die Kreuzwegbilder und die Orgel erworben.

Maßgeblich für die Entwicklung der Stadt waren die Lage am Schnittpunkt der Straße Krems-Znaim und Wien-Horn sowie 1770 der Ausbau der Kaiserstraße nach Prag. Heute ist es die nördlich von Maissau über den Manhartsberg führende Horner Straße (B4), die die Bundeshauptstadt und das Waldviertel verbindet. An dieser liegt das neu errichtete Amethyst-Zentrum, wo in einem Schaustollen der beeindruckende Maissauer "Bänderamethyst" am Entstehungsort zu bewundern ist.